logo

NetzRose

Gepflegte Linklisten, onlineTermine und Artikel für IT, Freiheit und Genuss.

Die Sache mit dem Rechtsextremismus und sonstigen Schubladen


Ablenkende Vorurteile

Kritiker der Corona-Politik sehen sich medial vielen Verdächtigungen ausgesetzt. Eine lautet, die Demonstranten für Menschenrechte seien stark von Rechtsextremisten unterwandert.

Die Bewegung für Menschenrechte hat von Anfang an sehr darauf geachtet, friedlich zu sein und sich nicht spalten zu lassen. Die Kritiker von politischen Corona-Maßnahmen ist von außen als Gruppe betrachtet entsprechen bunt und manches wirkt vielleicht befremdlich.

Das scheint zu überfordern. Es geht bei den Medien anscheinend darum, Demonstrierende bestimmten Schubladen zuzuordnen. Sobald die passende Schublade gefunden ist, braucht man sich mit den Anliegen der betreffenden Person oder Bewegung nicht mehr zu befassen. - Das gilt dann sowohl für Journalisten, als auch für die Konsumenten dieser Medien.

Eine eindruckvolle Szene dazu liefert Stephan Bergmann, "Der Mann mit dem roten Shirt". Der sympathische Schwabe lässt sich einfach nicht dazu hinreißen, jemanden wegen seiner politische Ausrichtung zu bewerten.

Während meiner Schulzeit in den frühen 60er Jahren hat man die Weltkriege möglichst ausgespart. Wir sahen immerhin den Antikriegsfilm "Die Brücke". Selbst zeigte ich angehenden Altenpflegelehrern regelmäßig noch „Schlachtvieh“, weil mich erschüttert, wie leicht es ist, per Gruppendruck aus Menschen, die es nach ihren Kriegserlebnisse besser wissen, trotzdem eine fast freudige Brutalität hervor zu locken.

Offen gestanden bin ich bis dato über das Thema Extremismus nicht sonderlich gut informiert. Mir sträubten sich die Nackenhaare, als ich die ersten junge Menschen gezeigt bekam, welche wieder begeistert die Hand zum Hitlergruß hoch reckten. Sofort hatte ich Bilder von Unmenschlichkeit bis hin zu Konzentrationslagern vor Augen.

Weniger konditioniert ist mein Transfer bei Linksextremismus von Unmenschlichkeit bis hin zu Arbeitslagern (Gulag).

Also muss ich mich für automatische Reaktionen sensibilisieren und darf sie nicht weiter zementieren. Daher bin ich nicht mehr bereit über jedes mediale Stöckchen zu springen.

Auf den Menschenrechts-Demos, auf denen ich war, lief beispielsweise regelmäßig jemand mit seinem Plakat durch unsere Reihen, der vermutlich der rechten Szene zuzuordnen ist. Aber er drehte nur seine Runden. Er hat weder mich noch andere irgendwie angemacht und auch er wurde in Ruhe gelassen. Allerdings habe ich mir vorgenommen, ihm nicht reflexartig ausweichen.

Er könnte eine Art Irrläufer sein. Jemand, dem nur unterstellt wird, ein Links- oder Rechtsextremer etc. zu sein oder jemand, der Aufmerksamkeit möchte und nicht gelernt hat, dass dies auch ohne Provokation möglich ist.

Wenn ich Meinungsfreiheit fordere, gilt sie für jeden Menschen. Das bedeutet nicht, dass ich mir dessen Meinung oder eine politische Ausrichtung zu Eigen mache.

Ich fühle mich in der aktuellen irrwitzigen politischen Situation aber unwohl gegenüber Menschen, die auch an Orten ihre Masken tragen, wo es nicht sein muss.

Während der Zeit im Widerstand gegen überzogene politische Corona-Maßnahmen erlebe ich real und im Netz fremde Menschen. Es hilft bei eigenen kritischen Hinterfragen, zu beobachten, daß sie sich zuhören, sich verstehen wollen und gegenseitig respektieren.

Wenn man im Denken freier ist, kann man sowohl, das eine, wie auch das andere beobachten, ehe man sich eine Meinung bildet: Demo Berlin – die dunkle Seite. Der Autor zeigt also auf einen Youtuber und möchte gerne, dass man sich von seinesgleichen besser fern hält, weil das kein gutes Licht auf die Bewegung werfe. Wie in meinem dortigen Kommentar zu lesen ist, versteckt sich genau in diesem Video eine Szene, die es wert gewesen wäre, die "weiße Seite der Demo" zu feiern. Nämlich, dass Demonstranten den Uniformierten mit Getränken aushalfen.

Erst warnten die Medien vor der Demo, dass Rechtsextreme sie instrumentalisieren. Immer deutlicher wurde die Demo als rechtsoffen deklariert. Genutzt hat es nicht. Die Menschen sind trotzdem hin gereist. Hinterher wurde berichtet, dass im Demozug rechtsextreme Fahnen zu sehen waren.

Selbst habe ich bereits vorher auf den Demos, auf denen ich war, durchaus erlebt, dass sich ein paar junge Leute verirrt hatten und eigentlich zu einer ganz anderen Demo wollten. Es waren für den 1. August auch Gegendemonstrationen angemeldet und somit kann sowas auch in Berlin vorgekommen sein. Dass Demonstrationen und Gegendemonstrationen sehr nahe beieinander genehmigt oder geduldet werden, ist eine mehrfach zu beobachtende, gefährliche Behördentaktik.

Während in den Medien und der Politik unablässig vor der Gefahr durch Rechtsextremisten gewarnt wird, werden die Aktivitäten der Antifa bei den "Corona-Demos" verschwiegen oder zumindest herunter gespielt.

Am Werdegang der Grünen lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie krass sich Ziele und Werte in wenigen Jahren verändern können.

Dieses Schubladendenken vereinfacht also nicht, es leitet in die Irre und lenkt vom zu diskutierenden Thema ab. Das Grundgesetz muss so ergänzt werden, dass es uns in Krisenzeiten nicht einfach weg genommen werden kann.